Einheimische Schmetterlinge schützen – nachhaltig gärtnern
Informationen zum Grevenbroicher Gartentag am 31. Mai 2026
Der BUND Grevenbroich/Rommerskirchen beteiligt sich am Grevenbroicher Gartentag 2026 mit Informationen und Anregungen zum Schutz einheimischer Schmetterlinge und zur Förderung der biologischen Vielfalt in Gärten und öffentlichen Grünflächen.
Schmetterlinge gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Insekten unserer Heimat. Mit ihren Farben und ihrer Vielfalt faszinieren sie Menschen jeden Alters. Gleichzeitig sind sie wichtige Bestäuber und ein empfindlicher Indikator für den Zustand unserer Umwelt. Dort, wo viele Schmetterlinge vorkommen, finden sich meist auch artenreiche Pflanzenbestände und gesunde Lebensräume. Doch genau diese Vielfalt geht seit Jahren stark zurück.
Viele ehemals häufige Schmetterlingsarten werden zunehmend seltener. Gründe dafür sind vor allem der Verlust naturnaher Flächen, die intensive Nutzung von Landschaften, sterile Schottergärten, versiegelte Böden und der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Hinzu kommt, dass Grünflächen oft sehr häufig gemäht werden und dadurch Wildblumen kaum noch blühen können. Für viele Insekten fehlen dadurch Nahrung, Schutz und geeignete Orte zur Fortpflanzung.
Besonders betroffen sind einheimische Schmetterlinge, da sie eng an heimische Pflanzenarten gebunden sind. Während erwachsene Falter Blüten als Nektarquelle benötigen, sind ihre Raupen oft auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert. Ohne diese Pflanzen können sich die Arten nicht vermehren. Exotische Zierpflanzen sehen zwar attraktiv aus, bieten heimischen Insekten jedoch häufig kaum Nutzen. Deshalb kommt heimischen Wildpflanzen eine zentrale Bedeutung für den Naturschutz zu.
Viele Menschen wissen nicht, dass gerade scheinbar unscheinbare Pflanzen für Schmetterlinge besonders wertvoll sind. Brennnesseln beispielsweise gelten oft als störendes Unkraut, sind jedoch lebenswichtig für zahlreiche heimische Arten wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs oder Admiral. Auch Disteln, Wiesen-Flockenblumen oder Wilder Majoran liefern reichlich Nahrung für Falter und andere Insekten. Bereits kleine naturnahe Bereiche können deshalb eine große ökologische Wirkung entfalten.
Wichtige Nutz- und Futterpflanzen für Schmetterlinge
Besonders geeignete Pflanzen für schmetterlingsfreundliche Gärten sind unter anderem:
- Salweide
- Wilder Majoran
- Thymian
- Lavendel
- Natternkopf
- Wiesen-Flockenblume
- Disteln
- Fetthenne
- Kornblumen
- Brennnesseln
- heimische Wildblumenarten
Wer heimische Pflanzen verwendet, schafft nicht nur Nahrung für Schmetterlinge, sondern unterstützt zugleich Wildbienen, Käfer und viele andere Tierarten. Naturnahe Gärten werden dadurch lebendiger und vielfältiger.
Nachhaltiges Gärtnern bedeutet, im Einklang mit natürlichen Kreisläufen zu arbeiten. Dazu gehört der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel ebenso wie ein sparsamer Umgang mit Ressourcen. Torffreie Erde schützt Moore und damit wichtige CO₂-Speicher. Regenwasser kann zur Bewässerung genutzt werden, und heimische Pflanzen benötigen oft deutlich weniger Pflege als exotische Arten.
Auch mehr Gelassenheit im Garten hilft der Natur. Nicht jede Fläche muss perfekt gepflegt sein. Wilde Ecken, Blühflächen oder ungemähte Randbereiche bieten vielen Insekten Schutz und Nahrung. Trockene Pflanzenstängel und liegengebliebenes Laub dienen zahlreichen Tieren als Winterquartier. Wer seltener mäht und der Natur mehr Raum lässt, fördert die Artenvielfalt oft wirkungsvoller als mit aufwendiger Gartentechnik.
Weitere Informationen
Nektarpflanzen für Falter
Nahrungspflanzen für Raupen
Informationen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten
Tagfalter
Schmetterlingsraupen
Schmetterlingseier
Naturnahe und nachhaltige Gärten
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Lichtverschmutzung. Viele Nachtfalter werden von künstlichen Lichtquellen angezogen und verlieren dadurch Energie oder Orientierung. Eine gezielte und sparsame Außenbeleuchtung hilft deshalb ebenfalls, Insekten zu schützen.
Der BUND Grevenbroich/Rommerskirchen möchte beim Grevenbroicher Gartentag zeigen, dass jeder Mensch einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten kann. Schon kleine Veränderungen auf dem Balkon, im Vorgarten oder auf größeren Gartenflächen können wertvolle Lebensräume schaffen. Entscheidend ist nicht die Größe einer Fläche, sondern ihre naturnahe Gestaltung.
Am Informationsstand des BUND erhalten Besucherinnen und Besucher praktische Tipps zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung, Informationen über heimische Pflanzenarten und Anregungen für nachhaltiges Gärtnern. Ziel ist es, mehr Bewusstsein für den Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen und gemeinsam neue Lebensräume für Insekten zu entwickeln.
Der BUND Grevenbroich/Rommerskirchen freut sich auf den Austausch mit allen Interessierten und lädt herzlich dazu ein, gemeinsam Verantwortung für den Schutz einheimischer Schmetterlinge und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu übernehmen.