Artgerechte Hennenhaltung - kein Ei mit der "3"!
Um die Quälerei der Käfighaltung für die Tiere anschaulich zu machen, konnten diesmal die Rewe-Kunden die „Vorteile“ einer aufgebauten Hühner-WG ausprobieren. Wer dann noch den provokanten Werbungen folgen wollte, dem wurden die immer wieder frei werdenden 40 Millionen Plätze in der Hühner-WG empfohlen.
Besichtigung der WG durch einer Legehenne
Ergebnis: Das Huhn sagt: nein danke !!!!
Heute schon ein Huhn glücklich gemacht?
Zum dritten Mal veranstalteten die BUNDSpechte ihre Osteraktion gegen Käfighaltung von Hühnern im Rewe Markt in Jüchen.
Eigentlich sollte die Käfighaltung ab 2007 verboten werden, doch leider gibt es bis 2012 eine Übergangsregelung durch „ausgestaltete Käfige“. „Käfig bleibt Käfig“, meinen die BUNDSpechte, auch wenn er geringfügig größer ist und mit kleinen Verbesserungen ausgestaltet ist; (Fotos unter "Haltungssysteme)
Deswegen überreichen die BUNDSpechte den Kunden gebastelte Papierhühner, die beim Einkauf daran erinnern sollen: Kein Ei mit der "3", denn die "3" steht für Käfighaltung.
Etwas schwieriger ist es bei der großen Menge Käfigeier für die Lebensmittelverarbeitung. Hier fehlt dem Verbraucher noch die Entscheidungsmöglichkeit, denn verarbeitete Eier müssen nicht gekennzeichnet werden. Einzige sichere Kennzeichnung ist das „Bio“-Siegel, denn in Bioprodukten dürfen auch nur Bio-Eier enthalten sein. „Käfigeier verstecken sich in Nudeln, Süßwaren, Saucen und Gebäck“ lautet deswegen auch die Überschrift auf einem der Poster, mit denen die BUNDSpechte die REWE-Kunden informierten. Nun hoffen sie, möglichst viele Menschen überzeugt zu haben,
- kein Ei mit der „3“ zu kaufen,
- generell öfters Bioprodukte zu wählen und
- weniger Eier zu verbrauchen (z.B. Nudeln aus Hartweizen kommen ohne Eier aus).
Die Frage „Heute schon ein Huhn glücklich gemacht?“ konnten zumindest einige Kunden mit „ja“ beantworten, als sie sich nach der Information zum Kauf von Eiern mit der „0“ oder „1“ überzeugen ließen.
Kein Ei mit der "3"
Mittlerweile werden in fast allen Lebensmittelläden auch Eier aus Freilandhaltung angeboten. Trotzdem werden immer noch Eier aus Käfighaltung gekauft. Dabei könnten mit ein paar Cent mehr den Tieren die Qualen einer Käfighaltung erspart bleiben. Auch die jetzt neu eingeführte Kleinvolierenhaltung bleibt, trotz kleiner Verbesserungen, eine Käfighaltung.
Nicht nur der direkte Kauf von Eiern entscheidet über das Schicksal der 40 Millionen Kafighühner in Deutschland.
Von den 16 Milliarden verbrauchten Eiern in Deutschland pro Jahr wird der größte Teil nicht in den Läden gekauft, sondern in der Lebensmittelindustrie weiterverarbeitet. Hier gibt es noch keine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft der Eier. Um möglichst billig zu produzieren, werden überwiegend Käfigeier verarbeitet. Weil eine Kennzeichnung noch fehlt, kann der Käufer keinen Einfluss nehmen. – Es gibt nur eine Ausnahme: in Bio-Lebensmittel dürfen nur Bio-Eier verarbeitet sein, und die sind immer aus ökologischer Freilandhaltung. Wer also konsequent Käfighaltung verhindern will, kann dies mit Bio-Nahrung erreichen.
Die BUNDSpechte Jüchen setzen sich mit verschiedenen Aktionen für die Abschaffung der Käfighaltung bei Legehennen ein.
- Fragebogen-Aktion im Rathaus 2003,
- Aktion auf dem Markt Hochneukirch 03,
- Ausstellung im Rathaus 2003,
- Fragebogenaktion der Discounter 2003,
- Weihnachtsaktion 2003,
- Marktstand in Jüchen 2004,
- Osteraktion bei REWE 2007,
- Osteraktion bei REWE 2008,
- Osteraktion bei REWE 2009.
Dieses Käfighuhn hat es gut. Es ist aus dem Käfig raus und jetzt in guten Händen.
Aktion auf dem Markt in Hochneukirch
Oktober 2003
Am Welt-Tierschutztag hatten die BUNDSpechte auf dem Markt in Hochneukirch einen Informationsstand zur Legehennenhaltung aufgebaut. Sie überrreichten ein gebasteltes, buntes Papierhuhn und baten die Passanten, keine Eier aus Legebatterien zu kaufen.
Frage-Aktion im Rathaus zum Eierkonsum
März 2003
"Wieviele Eier verbrauchen Sie pro Woche?",
"Wissen Sie, was der Stempel auf dem Ei bedeutet?",
"Was halten Sie von Käfighaltung?",
"Wieviel mehr würden Sie für ein Ei aus Freilandhaltung zahlen?",
...das waren einige der Fragen auf den Bogen, die die Rathausbesucher beantworten sollten. Leider nahmen sich nur sehr wenige Rathausbesucher die Zeit, die Fragen zu beantworten.
Laut Umfrage lehnen über 90% der Bevölkerung die Käfighaltung der Hühner ab, aber über 90% der verkauften Eier kommen aus genau diesen Legebatterien. Nur mit der intensiven Haltung in Legebatterien konnte der Eierpreis über Jahrzehnte fast gleich gehalten werden. Die Hühner zahlen den Preis: ihr ganzes Leben verbringen sie auf einem Drahtgestell, das ihnen weniger Platz läßt als ein DIN A4 Blatt, keine Sitzstange, kein Boden zum Scharren und zum Staubbaden, kein Platz zum Eierlegen, ohne die Möglichkeit, einmal die Flügel zu strecken.
Ausstellung im Rathaus zur Hennenhaltung
September 2003
Im Foyer des Rathauses sind zwei Käfige aufgestellt, die die Größe der Käfige in Legebatterien haben. In einem sitzen eng gedrängt 4 Hühner. Im anderen 4 Puppen, um die Enge besser nachvollziehbar zu machen.
Auf einem hohen Stapel Eierkartons tront eine Henne. Immerhin legt eine Henne um die 300 Eier pro Jahr.
An den Wänden hängen 8 Poster
- zur Darstellung artgerechter Haltung,
- zur Geschichte der Hennenhaltung,
- zu den Unterschieden in den Haltungsarten,
- Aufrufe, die Herkunft des Eies zu bedenken,
- Darstellung des Tierschutzgesetzes,
- Aufruf, Verantwortung zu übernehmen.
In zwei Vitrinen findet der Besucher Informationen rund ums Eierlegen, Hühnerleben und Wirtschaftsfaktoren..
Der Ei-Stempel
Seit 1.1.2004 müssen alle Eier gekennzeichnet werden.
Die erste Zahl des Stempels steht für die Haltungsart:
Das Ei mit der "0" kommt aus ökologischer Freilandhaltung;
Das Ei mit der "1" kommt aus Freilandhaltung;
Das Ei mit der "2" kommt aus Bodenhaltung;
Das Ei mit der "3" kommt aus Käfighaltung.
Eierverbrauch und Eierproduktion
Der Eierverbrauch der Deutschen ist leider wieder etwas angestiegen.
Die Selbstversorgung in Deutschland mit Eiern ist etwas zurückgegangen.

- «Quelle und Copyright: ZMP GmbH, Bonn, www.zmp.de, 14.11.2008 .»

- «Quelle und Copyright: ZMP GmbH, Bonn, www.zmp.de, 14.11.2008 .»
Legehennenverordnung (vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
- seit 1.1.2004 muss die Haltungsart auf Eier/Eierpackung stehen.
- ab 1.1.2009 darf es keine Käfighaltung in Deutschland geben; ursprüngl. 1.1.2007!!! Es sollten dann folgende Vorschriften gelten: Mindesthöhe 2 m, Fläche mindestens 2 x 1,5 m, 1100 qcm pro Huhn, Herdengröße max. 6000 Tiere, Legenest, Sitzstange, Einstreubereich.
- seit 2006 Sonderregelung Kleinvolierenhaltung: Mindesthöhe 60 cm in der Front, Fläche 2,5 qm, 800 qcm pro Huhn, (900 qcm pro Huhn über 2 kg), Legenest, Sitzstange, Einstreubereich, Krallenabrieb-Einrichtung.
- bis 2012 sind ausgestaltete Käfige erlaubt: Fläche 750 qcm pro Huhn, Nest, Sitzstange, Einstreu.
- ab 1.1.2012 darf es keine Käfighaltung in EU geben,
„Kleinvolieren“ nach EU-Recht bis 2020!!!!
Artgerechte Hennenhaltung bedeutet
- Leben in Kleinherden mit Hahn
- ausreichende Bewegung mit Laufen, Strecken
- Schlafen auf Sitzstangen
- Eierlegen in Nestern
- Staubbaden
- Scharren
Haltungssysteme in Deutschland
2001: 49,9 Mil. Hühner, 85,7 % Käfig, 6,8 % Boden, 7,8 % Freiland
2007: 50 Mill. Hühner, 87,5 % Käfig, 6,3 % Boden, 6,2 % Freiland

- «Quelle und Copyright: ZMP GmbH, Bonn, www.zmp.de, 14.11.2008.»

- «Quelle und Copyright: ZMP GmbH, Bonn, www.zmp.de, 14.11.2008.»
Bäuerliche Haltung
- etwa 10 - 20 Hühner mit einem Huhn,Hühnerstall mit Sitzstangen, Nestern, freier Auslauf auf dem Hof und den Weiden, Körner und Grünfutter.
ökologische Freilandhaltung
- Fläche: 1667 - 2500 qcm pro Huhn (2,6 bis 4 DINA 4 Blätter) im Stall, mindestens 10 qm Auslauf im Freien,Herden von höchstens 1000 Tieren mit Hähnen, Sitzstangen, Nester, Möglichkeiten zum Scharren, Staubbaden,, Futter aus ökologischem Anbau.
Freilandhaltung
- Fläche: 1429 qcm pro Huhn (2,3 DINA 4 Blätter) im Stall, und mindestens 4 qm Auslauf im Freien, Herden von höchstens 2000 Tieren, Sitzstangen, Nester, Möglichkeiten zum Scharren u. Staubbaden.
Bodenhaltung
- Fläche: 14290 qcm pro Huhn (2,3 DINA 4 Blätter), Nester, Bewegungsmöglichkeit, Herden von 6000 Tieren, 1/3 des Stalles mit Einstreu, kein Tageslicht, keine Sitzstangen.
Kleinvolierenhaltung (bis 2020 erlaubt)
- Fläche: 2,5 qm, 800 qcm pro Huhn, (weniger als 1,5 DINA4 Blätter), 900 qcm pro Huhn über 2 kg; Mindesthöhe an Front 60 cm, Legenest, Sitzstange, Einstreubereich, Krallenabrieb-Einrichtung.
Ausgestaltete Käfige (bis 2012 erlaubt)
- Fläche: 600/750 qcm pro Huhn, - niedrige Sitzstange, - Nest aus Lochflies hinter Kunststofflamellen, - Gelegenheit zum Scharren und Staubbaden auf Noppenflies.
Käfighaltung (bis 2009 erlaubt)
- Fläche: bis 1.1.2003 450 qcm pro Huhn ( 7/10 DINA 4 Blatt), ab 1.1.2003 550 qcm pro Huhn (5/6 DINA 4 Blatt), Käfige in mehreren Etagen übereinander, 1 Million Tiere, keine Sitzstangen, kein Nest, keine Bewegungsmöglichkeit, kein Scharren, kein Staubbaden, kein Tageslicht.
Pennsylvania-System (50er Jahre, erste Käfighaltung in USA, ab etwa 1950)
- schräge Gitterböden, 1000 Hühner pro Herde, 1000 qcm pro Huhn, keine Einstreu.



































