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"Geliebte Wildnis" in der Gemeinde Jüchen

Auf dieser Seite stellen wir vor:

1. unsere Aktionen zur Förderung von Natur im Gemeindegebiet

2. ausgesuchte Naturräume im Gemeindegebiet

8. Mai 2010

4 Meter breite Wildblumen-Wegrain neben Weide ausgesät

Auf 1000 qm säten die BUNDSpechte ihre Wegrain-Wildblumen in Jüchen hinter der Realschule aus, denn sie wollen die Wegraine Jüchens zum Erblühen bringen. An zwei Wegränder einer neuangelegten Pferdeweide hat die Gemeinde einen 4 m Wegrain zur naturnahen Gestaltung freigegeben. Zunächst musste die Breite abgemessen und dann der Boden mit einem Rechen glattgezogen werden, anschließend konnte dünn Grassamen und dann die wertvollen Wegrain-Wildblumensamen ausgesät werden. Zum Abschluss wurde alles noch einmal festgewalzt. Ein paar Tage später gab es dann auch glücklicherweise Regen, damit die Saat auch keimen konnte.

Jetzt heißt es abwarten, und beobachten, wie sich der Wegrain entwickelt und ab wann Wiesensalbei, rote Lichtnelke, Wiesenstorchschnabel, Flockenblume, Schafgarbe, Glockenblume und Margarite blühen.

BUNDSpechte säen Wiesenschaumkraut aus

Typisch für unsere heimischen Feuchtwiesen ist im Frühjahr eigentlich ein rosa Teppich aus blühendem Wiesenschaumkraut. Diese früher sehr häufig vorkommenden Blumen sind hier aber fast ganz verschwunden. Obwohl das Wiesenschaumkraut noch vor einigen Jahren als häufig vorkommende Pflanze eingestuft wurde, sind gravierende Rückgänge verzeichnet worden. 2006 wurde deswegen das Wiesenschaumkraut zur Blume des Jahres ernannt, um so auf die Bedrohung des Lebensraumes aufmerksam zu machen.
Zum Namen verholfen haben dem Wiesenschaumkraut bestimmte Insekten, die Schaumzikaden, die häufig an der Wildblume saugen. Ihre Larven leben geschützt in den typischen Schaumnester am Stängel, auch Kuckucksspeichel genannt.

Für den hübschen Aurorafalter ist das Wiesenschaumkraut, neben der Knoblauchrauke, eine der wichtigsten Nektar- und Futterpflanzen. Die Raupen fressen ab April/Mai am Wiesenschaumkraut und überwintern anschließend am Stängel. Besonders am Wiesenrand sollten deswegen die ausdauernden Wildblumen stehen gelassen werden, oder es sollte zumindest nicht zu tief gemäht werden, damit der Aurorafalter im nächsten Jahr aus der Puppe schlüpfen kann.
Auch in Jüchen gibt es nur noch an einigen wenigen Standorten kleine Vorkommen dieser Wiesenblume. Das wollen die BUNDSpechte ändern und helfen mit der Aussaat von Wiesenschaumkraut der heimischen Natur auf die Sprünge.
Erster Einsatzort war das Regen-Überlaufbecken des Gymnasiums am Scheulenbend.
Zunächst mussten die BUNDSpechte Grassoden abstechen, um in der aufgelockerten Erde die Wildblumensamen einzusäen. Jetzt hoffen sie, dass im nächsten Jahr hier die ersten rosa Blüten den Erfolg der Einsaat anzeigen.
Über Meldungen, wo es in der Gemeinde Jüchen noch Wiesenschaumkraut gibt, würden sich die BUNDSpechte freuen.
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16. April 2010

BUNDSpechte wollen Jüchens Wegraine zum Erblühen bringen

„Wegraine Jüchens zum Erblühen bringen!“, das haben sich die BUNDSpechte 2010 für die Fortführung des Projektes „Geliebte Wildnis“ vorgenommen. Erster Einsatzort war Freitag der Wegrain neben dem Feld des Biobauern.

Damit die Wildblumen zwischen den dichten Grasbüscheln überhaupt eine Chance zum Anwachsen haben, mussten die BUNDSpechte zunächst die Grassoden abstechen. Dann erst konnten sie die Wildblumenmischung in die aufgelockerte Erde aussäen. Das sommerlich-schöne Wetter am Freitag erleichterte den BUNDSpechte das doch sehr mühselige Graben im harten Boden. Bei der speziell zusammengesetzten Mischung aus Wildblumen wurde darauf geachtet, dass die Pflanzen an Wegrändern wachsen können und aus der Umgebung stammen, nämlich dem nordwestdeutschen Tiefland.

Blühende Wegraine sind in Jüchen selten. Für uns Menschen ist dadurch ein schöner Anblick im Landschaftsbild verloren gegangen. In der Vergangenheit sind die einheimischen Pflanzen zunächst auf diesen schmalen Streifen zurückgedrängt worden und haben sich an die schwierigeren Bedingungen angepasst. Aber heute werden sie selbst hier nicht mehr geduldet. Dadurch sind einige Pflanzenarten bereits gefährdet, und mit ihnen der Bestand der vielen Tierarten, die auf diese Pflanzen angewiesen sind.

Auch Tiere, wie Hase, Kiebitz, Rebhuhn, die auf den großen landwirtschaftlichen Flächen leben könnten, brauchen die Wegraine, um überleben zu können. Im artenreichen Wegrain finden sie Deckung sowie Kräuter als wichtige Bereicherung des sonst zu einseitigen Speisezettels.

Für die einheimischen Wildtiere und Pflanzen sind die wildblumenreichen Wegraine als Biotopvernetzung sehr wichtig, denn sie sind oft die einzigen Verbindungen zwischen den weit auseinander liegenden Lebensräumen. In ihrem Schutz können die großen Ackerflächen überwunden werden. Dies ist eine Voraussetzung, damit Arten langfristig überleben können.

Über Landwirte und Wegrain-Anlieger, die die Aktion der BUNDspechte und damit die Vielfalt Natur in Jüchen unterstützen wollen, würden sich die BUNDSpechte freuen. Wenn die Grassoden von artenarmen Wegrainen auf einigen Metern schon Mal abgeschoben wären, könnten die BUNDSpechte hier leichter aussäen. Die Umweltjugendgruppe hat mit Rücksicht auf die Landwirte darauf geachtet, dass in der Wildblumenmischung keine Brennnesseln, Disteln oder Winden enthalten sind.

Nun hoffen die BUNDSpechte, dass im Sommer an möglichst vielen Wegrainen z.B. Wiesensalbei, rote Lichtnelke, Wiesenstorchschnabel, Flockenblume, Schafgarbe, Glockenblume und Margarite blühen.

500 qm Schmetterlingswiese ausgesät

auf der frisch erstellten Ausgleichsfläche in Stessen

Juni 2009

Nachdem sich die BUNDSpechte mit ihren Aktionen zur „Geliebten Wildnis“ zunächst an die Gartenbesitzer gewandt hatten, nahmen sie im zweiten Schritt Kontakt mit der Gemeinde auf, um auch auf den Gemeindeflächen den ökologischen Wert für die Schmetterlinge zu erhöhen.

An zwei Nachmittagen säten die Jugendlichen die Schmetterlingsblumen aus, die sie auch bei ihren Aktionen verteilt hatten: 200 qm auf der ökologischen Ausgleichsfläche in Jüchen, hinter Polo, und 300 qm im Neubaugebiet in Stessen. Auch wenn es schade war, dass das heiße, trockene Sommerwetter zu Ferienbeginn vorbei war, für die ausgesäten Schmetterlingsblumen war es dringend nötig, dass sie endlich gewässert wurden.

Öffentliche Grünflächen erfüllen viele Aufgaben. Die Sicherungen der Artenvielfalt von Tieren- und Pflanzenarten sollte dazugehören. Da die öffentlichen Flächen größer als die Gärten sind und anders genutzt werden, besteht für die Kommune die Chance, für ihre Bürger hier die verlorenen Naturlebensräume wieder anzulegen. Nicht nur die Natur profitiert davon, sondern auch die Jüchener, für die das Wohnumfeld attraktiver und vielfältiger wird.
Auf den ökologischen Ausgleichsflächen ist eine naturnahe Planung sogar zwingend vorgegeben, denn hier muss für die Vernichtung von Natur durch Baugebiete oder Straßen ein Ausgleich geschaffen werden. Für die Aussaat von Schmetterlingsblumen weisen diese Flächen deswegen besonders gute Voraussetzungen auf.

 

 

Aussäen auf den Ausgleichsflächen in Jüchen


Schönbär ist Schmetterling des Jahres 2010

NRWinfo August 2010

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