Unverbindlich Kompost im Garten oder für die Kübel- und Zimmerpflanzen ausprobieren, das war am Freitag auf dem Biobauernhof in Neuenhoven möglich. Die BUNDSpechte hatten für ihre Aktion auf der Kompostieranlage in Wanlo einen Anhänger mit Komposterde füllen lassen und zum Bauernhof gebracht. Mit Schaufeln und Händen füllten die BUNDSpechte Beutel mit Kompost, die dann mitgenommen werden konnten. Zum Nachdünger gab es noch Hornmehl dazu, damit die Pflanzen mit allem, was sie zum Wachstum brauchen, auch längerfristig versorgt sind. Besonders gerne nahmen die Besucherkinder das Angebot wahr, direkt vor Ort Sonnenblumen und Zierkürbis in der Komposterde auszusäen und die Blumentöpfe mit nach Hause zu nehmen.
Selbstverständlich gab es auch jede Menge Informationen über den Wert der Moore, über die Zerstörung der Moore durch den Torfabbau und Alternativen zu Torf. Hierfür hatten die BUNDSpechte Plakate angefertigt, die an den Wert der Moore erinnern, denn Moore schützen unser Klima durch die Speicherung von riesigen Mengen CO2 und Wasser. Auf anderen Plakaten haben sie die gefährdeten Moortiere und Moorpflanzen dargestellt und die Entstehungsgeschichte der tausende Jahre alten Moore.
Auch eine Liste der Anbieter von torffreien Erden konnte mitgenommen werden. Diese Liste wird vom BUND ständig aktualisiert, denn immer mehr Hersteller von Substraten erweitern ihr Sortiment mittlerweile um ein Produkt mit torffreier Erde.
Die Aktion am Freitag ist Teil des Projektes „Torffrei Gärtnern“ der BUNDSpechte. Anfang des Jahres hatten sie eine Umfrage bei allen Geschäften und Gartenbaubetrieben der Gemeinde Jüchen gestartet, um einen Einkaufsführer zu torffreien Erden zu erstellen. Das Ergebnis haben sie jetzt in ihrem Flyer festgehalten: In Jüchen bietet nur ein Geschäft verbindlich torffreie Erde an: der Biobauernhof Essers in Neuenhoven, wo die BUNDpechte dann auch ihre erste Aktion durchführten.
Torf wird im gewerblichen Gartenbau verwendet, weil er ein preiswerter, nährstoffarmer Füllstoff ist, der das Zusammensetzen der Substrate besonders einfach macht. Torf versauert aber den Boden und bringt selbst keine Nährstoffe mit. Viel wertvoller ist dagegen Kompost, der genau die Nährstoffe enthält, die die Pflanzen brauchen. Das Recyceln der organischen Stoffe ist besonders effektiv, wenn in jedem Garten kompostiert wird, da hier der Kreislauf ohne große Transportwege auskommt. Einige der Biokunden konnten den BUNDSpechten stolz berichten, dass sie für ihre Gemüse- und Gartenpflanzen ausschließlich eigenen Kompost verwenden.
Wer keinen Platz für einen eigenen Kompost hat, kann trotzdem Komposterde verwenden. Sie kann bei den Kompostieranlagen in Wanlo (MG, Hochstr. 101) und Korschenbroich (Am blauen Stein) sehr preisgünstig als lose Ware abgeholt werden. Es gibt auch abgepackte Erden. Hier muss aber auf die Zusammensetzung geachtet werden: nur der „Gartenkompost“ ist torffrei.
Wer nur kleine Mengen braucht und Substrat in Beuteln kaufen möchte, sollte darauf achten, dass die Pflanzerden „torffrei“ sind. Dann führt die Liebe zu den Gartenpflanzen nicht über die Blumenerde zum Aussterben von seltenen Moorpflanzen und Tiere.