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Gärtnern ohne Torf

6. Mai 2011

Komposterde statt Torf

Unverbindlich Kompost im Garten oder für die Kübel- und Zimmerpflanzen ausprobieren, das war am Freitag auf dem Biobauernhof in Neuenhoven möglich. Die BUNDSpechte hatten für ihre Aktion auf der Kompostieranlage in Wanlo einen Anhänger mit Komposterde füllen lassen und zum Bauernhof gebracht. Mit Schaufeln und Händen füllten die BUNDSpechte Beutel mit Kompost, die dann mitgenommen werden konnten. Zum Nachdünger gab es noch Hornmehl dazu, damit die Pflanzen mit allem, was sie zum Wachstum brauchen, auch längerfristig versorgt sind. Besonders gerne nahmen die Besucherkinder das Angebot wahr, direkt vor Ort Sonnenblumen und Zierkürbis in der Komposterde auszusäen und die Blumentöpfe mit nach Hause zu nehmen.

Selbstverständlich gab es auch jede Menge Informationen über den Wert der Moore, über die Zerstörung der Moore durch den Torfabbau und Alternativen zu Torf. Hierfür hatten die BUNDSpechte Plakate angefertigt, die an den Wert der Moore erinnern, denn Moore schützen unser Klima durch die Speicherung von riesigen Mengen CO2 und Wasser. Auf anderen Plakaten haben sie die gefährdeten Moortiere und Moorpflanzen dargestellt und die Entstehungsgeschichte der tausende Jahre alten Moore.

Auch eine Liste der Anbieter von torffreien Erden konnte mitgenommen werden. Diese Liste wird vom BUND ständig aktualisiert, denn immer mehr Hersteller von Substraten erweitern ihr Sortiment mittlerweile um ein Produkt mit torffreier Erde.

Die Aktion am Freitag ist Teil des Projektes „Torffrei Gärtnern“ der BUNDSpechte. Anfang des Jahres hatten sie eine Umfrage bei allen Geschäften und Gartenbaubetrieben der Gemeinde Jüchen gestartet, um einen Einkaufsführer zu torffreien Erden zu erstellen. Das Ergebnis haben sie jetzt in ihrem Flyer festgehalten: In Jüchen bietet nur ein Geschäft verbindlich torffreie Erde an: der Biobauernhof Essers in Neuenhoven, wo die BUNDpechte dann auch ihre erste Aktion durchführten.

Torf wird im gewerblichen Gartenbau verwendet, weil er ein preiswerter, nährstoffarmer Füllstoff ist, der das Zusammensetzen der Substrate besonders einfach macht. Torf versauert aber den Boden und bringt selbst keine Nährstoffe mit. Viel wertvoller ist dagegen Kompost, der genau die Nährstoffe enthält, die die Pflanzen brauchen. Das Recyceln der organischen Stoffe ist besonders effektiv, wenn in jedem Garten kompostiert wird, da hier der Kreislauf ohne große Transportwege auskommt. Einige der Biokunden konnten den BUNDSpechten stolz berichten, dass sie für ihre Gemüse- und Gartenpflanzen ausschließlich eigenen Kompost verwenden.

Wer keinen Platz für einen eigenen Kompost hat, kann trotzdem Komposterde verwenden. Sie kann bei den Kompostieranlagen in Wanlo (MG, Hochstr. 101) und Korschenbroich (Am blauen Stein) sehr preisgünstig als lose Ware abgeholt werden. Es gibt auch abgepackte Erden. Hier muss aber auf die Zusammensetzung geachtet werden: nur der „Gartenkompost“ ist torffrei.

Wer nur kleine Mengen braucht und Substrat in Beuteln kaufen möchte, sollte darauf achten, dass die Pflanzerden „torffrei“ sind. Dann führt die Liebe zu den Gartenpflanzen nicht über die Blumenerde zum Aussterben von seltenen Moorpflanzen und Tiere.

 

15. März 2011

Friedhöfe ohne Torf

Bei der Grabpflege wird von vielen Angehörigen zur Abdeckung der Gräber noch Torf verwendet. Dabei gibt es auch hier hervorragende Alternativen. So gibt es für die Abdeckung des Grabes Pinienrinde in unterschiedlicher Körnung. Sie muss nicht so oft aufgelockert und erneuert werden wie Torf. Außer dem guten Gewissen, etwas für den Erhalt der Moore getan zu haben, hat die umweltfreundliche Variante also noch zusätzliche Vorteile bei der Grabpflege.
Eine weitere Alternative zur Verwendung von Torf als Grababdeckung ist die Bepflanzung des Grabes mit Bodendeckern. Gärtnereien bieten hier mittlerweile ein großes Sortiment von Bodendeckern an, aus denen Pflanzen nach Wuchsform, Blattfarbe, Blattform, Blüte oder Früchten gewählt werden können.
Neben ihrer Marktanalyse hatten die BUNDSpechte die Gemeinde Jüchen und die Kirchengemeinden angeschrieben, um zu erfahren, welche Substrate bei den Pflegemaßnahmen verwendet werden. Erfreulich war die Information, dass von den Gemeindearbeitern auf Grünanlagen und Friedhöfen schon seit einigen Jahren kein Torf mehr verwendet wird.

Tipps zur naturnahen Grabpflege

4. März 2011

Besichtigung der Kompostieranlage Wanlo

Da die Verwendung von Kompost die beste Alternative für den Torfeinsatz im Garten ist, besichtigten die BUNDSpechte die Kompostieranlage in Wanlo. Dort ließen sie sich von Herrn Buthe erklären, wie aus dem angelieferten Grünschnitt Kompost wird und welche Schwierigkeiten dabei bewältigt werden müssen, denn die Kunden verlangen konstante Qualität. Nach dem Rundgang und vielen Fragen fühlten sich die BUNDSpechte fit, diese Informationen bei ihren Aktion "torffrei gärtnern" weitergeben zu können.

4. Februar 2011

Start der Aktion mit Marktanalyse

Um den bedrohten, einzigartigen Moor-Landschaften zu helfen, starten die BUNDspechte in dieser Woche ihre Aktion „Gärtnern ohne Torf “. Im ersten Schritt werden sie Geschäfte im Gemeindegebiet suchen, die bereits torffreie Garten- und Blumenerden anbieten oder demnächst torffreie Erden ins Sortiment aufnehmen wollen. Vergleichbar mit ihrem Öko-Einkaufsführer, den sie 2009 verteilt hatten, werden die BUNDSpechte eine Liste erstellen, aus der Verbraucherinnen und Verbraucher entnehmen können, in welchen Geschäften torffreie Garten- und Blumenerden zu kaufen ist. Diese Listen werden bei den Aktionen zu „Gärtnern ohne Torf“ verteilt und an verschiedenen Stellen des Gemeindegebietes ausgelegt. Interessierte Geschäfte, die in die Liste aufgenommen werden möchten, können sich auch schon per Mail melden.



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