Frage: Wie schützen Sie uns vor Feinstaub?
Feinstaub macht nicht an den Grenzen von Jüchen halt, also kann es hierfür keine lokale Lösung geben. Wird Feinstaub gleich Autoabgase gesetzt, kann die Gemeinde nur eingreifen,
wenn die Grenzwerte überschritten werden. Das ist in Jüchen nicht der fall. Wird Feinstaub gleich Tagebau gesetzt, achtet die Gemeinde peinlich darauf, dass die Werte von den Bergbaubetreibenden nicht überschritten werden.
Neben Verkehr und Hausbrand bildet der Feinstaub des Tagebaus einen beträchtlichen Anteil in der Luftbelastung. Die gesetzlich vorgegebenen Kontrollen und ihre Ergebnisse (Messstelle Gindorf) werden laufend beobachtet und sind die Grundlage für Initiativen gegenüber dem Bergbautreibenden und der Information der Bevölkerung.
Zur Zeit nutzen Speditionen vermehrt die Straßen der Gemeinde, um belastende Mautstellen auf den Autobahnen zu umgehen. Die FDP setzt sich für ein Durchfahrverbot von LKW ein. Diese stellen neben der Lärmbelastung auch eine große Belastung durch Feinstaub dar. Stattdessen sind Umgehungsstraßen einzurichten, die eine Versorgung der Gewerbegebiete sicherstellen. Außerdem tragen diese dazu bei, dass der Verkehr im Gemeindegebiet besser fließt und sorgen damit für eine Vermeidung von Staus.
Einen weiteren Beitrag zu sauberer Luft leisten großzügig bemessene Ausgleichsflächen und ein nachhaltiges Bewaldungsprogramm.
Die FWG hat vor knapp fünf Jahren als einzige Partei das Thema aufgegriffen und verfolgt es auch weiter kritisch. Zwar gibt es derzeit aufgrund der Feinstaubmessungen keinen rechtlichen Handlungsbedarf. Dennoch ist die FWG besorgt über die freigesetzte Radioaktivität aus den Tagebauen. Daher werden wir uns auch weiterhin energisch für die Durchsetzung entsprechender Luftreinhaltepläne und langfristig für eine Abkehr von der Braunkohleverstromung einsetzen.
Im Jahre 2007 wurde auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen und der Verwaltung Jüchen eine Messstation für Feinstaub in Jüchen eingerichtet. Leider wurde diese Station nur ein halbes Jahr betrieben und die Daten für den Rest des Jahres hochgerechnet. Betrachtet man die durchschnittlichen Windrichtungen in dem halben Jahr, so musste man feststellen, dass überwiegend West Wind, Süd- West Wind und Südwind vorherrschte. Jüchen ist vorwiegend bei Ostwind betroffen.
Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass eine ständige stationäre Messstation in Jüchen installiert wird um die Überschreitungen der gesetzlichen Feinstaubgrenze zu dokumentieren.
Nur aussagekräftige Messwerte ( ob positiv oder negativ im Rahmen des Gesetzes ) bieten die Möglichkeit, geeignete Aktionspläne umzusetzen.