Kinder und Jugendliche verlieren auch in der ländlichen Gemeinde Jüchen immer mehr den Kontakt zur Natur sowie das Wissen um ökologische Zusammenhänge. Spielplätze sind zwar durch DIN-Normen abgesichert, verhindern aber durch die Sterilität Kreativität und Naturbezug. Im Sommer entwickeln sie sich oft zu „Brutöfen“, da Schattenbäume fehlen. Für Jugendliche gibt es in den Orten meist überhaupt keine Außen-Treffpunkte mehr.
Frage: Welche Konzepte haben Sie, damit alle Kinder und Jugendliche in ihrem Umfeld die Chance haben, etwas über Natur zu lernen und Naturräume kennen zu lernen?
Frage: Werden Sie die Umgestaltungen zu naturnahen und kreativen Spielplätzen fördern, wo Bäume z.B. als Kletterelemente integriert sind und den Spielbereich beschatten?
Frage: Werden Sie für Jugendliche in jedem Ort Bereiche schaffen, die ein Treffen im Freien für sie reizvoll und möglich machen?
Naturräume erleben zu lernen und dafür Erlebnispädagogik zu schaffen, ist in erster Linie Aufgabe des Elternhauses und der Schulen. Wir werden die Umgestaltung von Spielplätzen zu naturnahen und kreativen Spielplätzen fördern. Wir sind bereit, Treffpunkte für Jugendliche im Freien zu schaffen und hoffen, dass die Jugendlichen und die umliegenden Anwohnern sich bei deren Gestaltung einbringen.
1. + 2. Die Naturnähe von Kindesalter an bildet ein wesentliches Element im seelischen Erleben, in der Sozialisierung und Humanisierung eines jungen Menschen. Die Gemeinde soll jede Initiative, die zu einer solchen Förderung an sie herangetragen wird, positiv auf ihre Realisierung prüfen.
3. Unsere Jugend in Schule und beruflicher Ausbildung soll die Interessen ihrer Altersklasse aktiver als bisher in einem „Jugendrat“, gebildet aus Schulen, Vereinen und Jugendverbänden, vertreten können. Er wirkt in der Gemeindepolitik mit. In diesem Rahmen sollen auch Bedürfnisse der Freizeitgestaltung konkret bezeichnet, mit Unterstützung der Gemeinde gefördert und (wo immer möglich) mit Eigenbeteiligung der jungen Menschen umgesetzt werden.
Wir fordern die Einrichtung eines offenen Jugendforums, welches Kinder und Jugendliche in politische Entscheidungen einbindet und ihnen Möglichkeiten zur Mitwirkung bei Entscheidungen auf kommunaler Ebene, wie z. B. der Infrastrukturplanung (Spiel- und Sportstätten), bietet.
Der Gemeinderat soll die Beschlüsse des offenen Jugendforums in der folgenden Ratssitzung beraten und Materialen zu aktuellen politischen Themen an das Forum weiterleiten.
Antwort 1: Zunächst findet Umweltbildung in der Familie, dem Kindergarten und den Schulen statt. Damit ist ein wichtiger Grundstein gelegt. Darüber hinausgehende freiwillige Initiativen sollen von der Kommune unterstützt werden.
Antwort 2: In der Gemeinde gibt es ein Spielplatzkonzept, welches regelmäßig fortgeschrieben wird. Dabei soll nach unserer Vorstellung eine alternative Gestaltung (wie z.B. beim so genannten „Labyrinth“-Spielplatz im Grüngürtel zwischen Otzenrath und Spenrath) künftig verstärkt Berücksichtigung finden
Antwort 3: Gerade die Jugendlichen sind derzeit in Jüchen noch die am wenigsten beachtete Altergruppe, obgleich ihr aufgrund der demographischen Entwicklung eine tragende Rolle in der Kommune zukommt. Insoweit ist es nicht nur wünschenswert, sondern sogar ein Aspekt mit strategischer Bedeutung, den Jugendlichen bedarfsgerecht mehr Treff- und Freizeitmöglichkeiten und auch mehr Mitsprache- und Gestaltungsrechte zuzugestehen.
Vor nicht allzu langer Zeit wurden die Jüchener Spielplätze durch das Kreisjugendamt besichtigt und bewertet. Es wurden in der Tat Verbesserungsvorschläge eingebracht und Mängel aufgezeigt. Bündnis 90/Die Grünen erklären sich aber gerne bereit, den Umsetzungsfortschritt der damaligen Erhebungen mit dem Kreisjugendamt zu besprechen.
Zusätzlich gibt es ein bezuschusstes Projekt zur Erstellung naturnaher Spielplätze. Auch darüber werden wir mit dem Kreisjugendamt reden.
Die Kindergärten und Schulen sollen motiviert werden, naturnahe Schulgärten zu schaffen. Hierzu können auch Sponsoren gewonnen werden. In den Siedlungsgebieten müssen Flächen freigehalten werden, damit diese in Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen gestaltet werden können. Alle Spielplätze müssen naturnah gestaltet werden.