Durch Versiegelungen für Baugebiete und Straßen gehen wertvolle Böden und Landschaften verloren. Mit 22 % liegt NRW an der Spitze des Flächenverbrauchs. In Deutschland mit 13 % versiegelter Fläche soll bis 2020 der Flächenverbrauch von 100-130 Hektar/Tag auf 30 Hektar/Tag gesenkt werden, in NRW von aktuell 15 Hektar/Tag auf 5 Hektar/Tag.
In Jüchen als „ländliche Gemeinde“ sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Bau- und Gewerbegebiete entstanden, es bestehen aber immer noch weitere Baupläne.
Frage: Wo liegt Ihre Grenze für die Versiegelungsfläche in Jüchen?
Die Grenze für Versiegelung liegt für uns da, wo jeder seinen Wunsch nach einem eigenen Haus erfüllt sieht. Denn mit welchem Recht können wir einem anderen den Wunsch verwehren, den viele von uns sich selbst erfüllt haben. Das bedeutet für uns, dass wir die Gemeindeverwaltung und auch unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger immer wieder auf die Bedeutung nicht versiegelter Fläche hinweisen.
Die Notwendigkeit, die ausgewiesenen Wohnbau- und Gewerbegebiete im geplanten Sinne zu entwickeln, wird nicht grundsätzlich in Abrede gestellt. Zusätzlich müssen die angestammten Ortskerne revitalisiert werden, so dass keine weiteren Flächen gebraucht werden. Das ist Kern jeder Entschuldungsstrategie und sichert auf Dauer die Lebensqualität in der Gemeinde. Ein Automatismus ist damit nicht verbunden. Ein städtebauliches „Grünkonzept“ und die Entsiegelung von befestigten Flächen sollen die Flächennutzung weiter optimieren.
Der Gemeindeentwicklungsplan sieht auch zukünftig die Zuweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete vor. Darauf ist unter strukturellen Gesichtspunkten nicht zu verzichten. Allerdings ist ein großzügig bemessener Ausgleich durch Grünflächen von Nöten, um auch weiterhin mit den Charme der "ländlichen Gemeinde" im Wettbewerb stehen zu können. Weiter ist eine Stadtplanung wichtig, die eine Verknüpfung von Natur und Architektur darstellt.
Zwar sind Baugebiete hinzu gekommen, andererseits sind auch Siedlungs- und Gewerbe-gebiete weg gefallen. Aufgrund der aktuell ausgewiesenen Baugebiete gehen wir davon aus, dass Jüchen auch in der kommenden Zeit im Flächenverbrauch weit unter den NRW-Durchschnittswerten liegt.
Eine verantwortliche Gemeinde muss auf ökologische Ausgleichsflächen immer Wert legen. Das gilt sowohl für den öffentlichen Bereich als auch für den privaten. Der Gedanke der Ausgleichsflächen soll sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch den Schutz unserer Ressourcen sicherstellen. Bündnis 90/DieGrünen wird ständig mit Argusaugen auf die Umsetzung des Umweltschutzes achten, ohne dabei die wirtschaftlichen Aspekte zu vernachlässigen.
Allein auf Grund der demografischen Entwicklung, lehnen wir weitere Baugebiete ab. Die Bevölkerungszahlen gehen kontinuierlich zurück. Die "Versiegelungsgrenze" ist u. E. schon heute erreicht. Auch sind wir für den Erhalt von soggenannten Baulücken in den Ortschaften. Diese Tragen zu einem unter anderem auch zu einem besseren Klima bei. Die heute noch vorhandenen Gartengrundstücke, wie z. B. zwischen Jüchen und Hochneukirch, müssen erhalten bleiben!