April 2011
„ Frau Aigner, wir stehen hinter Ihnen! - für ein Käfigverbot + Für ein Tierschutz-Label“ war auf einem der Plakate der BUNDSpechte während ihrer Osteraktion zu lesen. Wie in den letzten Jahren veranstalteten die BUNDSpechte Jüchen vor Ostern eine Aktion gegen die Käfighaltung von Legehennen. Dieses Jahr ziehen sie mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner an einem Strang. Aigner hatte sich Anfang des Jahres dafür ausgesprochen, die Käfighaltung von Legehennen, auch die „ausgestalteten Käfige“, ganz zu verbieten und nur noch Bio-, Freiland- und Bodenhaltung zu genehmigen. Außerdem will sie ein Tierschutz-Label auf Produkten einführen, aus dem ersichtlich ist, wie die Tiere gehalten wurden.
Nach Schulschluss hatten die BUNDSpechte in der Rewe-Filiale einen Stand mit selbst gestalteten Plakaten und Informationsmaterial zur Hühnerhaltung aufgebaut sowie die beiden Käfige mit „Stoffhühnern“ und „menschlichen Puppen“ mitgebracht, um die Käfigsituation vorstellbar zu machen. Ausgerüstet mit dem Fragebogen sprachen die Jugendlichen die Kunden an und baten um die Meinungen zur Hühnerhaltung. Zusätzlich sammelten sie Unterschriften für einen Brief, den sie Frau Aigner schicken werden, um sie in ihren Plänen zu bestärken. Die Umsetzung dieser Pläne wäre auch für die BUNDSpechte eine mehr als überfällige Umsetzung des Tierschutzgesetzes, nach dem Tiere artgemäß gehalten werden müssen und ihnen kein vermeidbares Leid zugefügt werden darf. Die gleiche Meinung hatten auch 95% der Befragten geäußert, die die Käfighaltung von Legehennen als Tierquälerei bezeichnen.
In der Umfrage gaben 85 % der Kunden an, den Plan von Frau Aigner zu begrüßen, die Käfighaltung abzuschaffen und nur noch Biohaltung, Freilandhaltung und Bodenhaltung zuzulassen. 84% würden auch die Einführung eines Tierschutz-Labels begrüßen, mit dem erkennbar wäre, wie die Tiere gehalten wurden.
Können Verbraucher erkennen, wie die Tiere gehalten wurden, sind die meisten auch bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Viele Geschäfte bieten mittlerweile Käfigeier gar nicht mehr an und reagieren damit auf das geänderte Einkaufsverhalten. Dies zeigte auch die Umfrage der BUNDSpechte: nur noch 3,5 % der Kunden kauften noch Käfigeier, 23% aber Eier aus Bodenhaltung, 30% Freilandeier und 42% Bioeier, einige Befragte hatten sogar eigene Hühner.
Doch die Milliarden Käfigeier finden trotzdem den Weg zum Verbraucher, weil es für Eier in verarbeiteten Lebensmitteln keine Kennzeichnungspflicht gibt, und die billigeren Eier der Käfighühner hier unerkannt verarbeitet werden können. Erst eine Kennzeichnung auch für Eier in verarbeiteten Lebensmittel könnte über die Verbraucherentscheidung dann die Quälerei beenden. Nur in Bioprodukten ist schon heute klar, wie die Hühner gehalten wurden, denn hier dürfen auch nur Bioeier verwendet werden. Eine Kennzeichnung zur Herkunft der Eier auf Lebensmitteln wie Nudeln, Gebäck etc. wünschten sich 73 % der befragten Kunden.
Innerhalb von 2 Stunden hatten die BUNDSpechte neben den Umfragewerten auch weit über 100 Unterschriften von Kunden gesammelt, die sich dem Aufruf an Frau Aigner anschließen wollen, damit das Verbot der Käfighaltung auch durchgesetzt wird und das Tierschutz-Label eingeführt wird. Da anzunehmen ist, dass die Jüchener nicht viel anders denken als andere Verbraucher, ist der Wählerwille klar. Die Umsetzung des Tierschutzgesetzes und des Verbraucherwillens liegt nun in der Hand der Politik. Die BUNDSpechte hoffen nun, dass Frau Aigner diese Pläne auch im Sinne der Bürger durchführt und ein Schritt für mehr artgerechtes Leben der „Nutztiere“ erreicht wird.