Seit einigen Jahren werden die Bäche, vor allem der Jüchener Bach, in der Gemeinde Jüchen an immer mehr Abschnitten renaturiert. Dies bedeutet, dass der geradlinige Kanal in einen geschwungenen Verlauf umgestaltet wird, es entstehen Ruhezonen, Flachwasser- und Tiefwasserzonen. Während in Gebirgsbächen das Wasser über Fels- und Gesteinsbrocken sprudeln kann, und sich dort Kleinstrukturen ausbilden können, gibt es in den Lößböden unserer Tieflandbäche keine Steine. Hier übernimmt Totholz diese Aufgaben. Umgestürzte Bäume und Äste im Bach halten Laub und Halme fest, es entstehen kleine Ruhezonen, in denen die Kleinstlebewesen sich aufhalten und Nahrung finden.
Bis vor einigen Jahren war der freie Abfluss des Wassers das Hauptziel der Gewässerpflege. Deswegen wurde Totholz immer aus den Bächen entfernt. Seit der neuen EU Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen aber alle Gewässer möglichst naturnah gestaltet werden, wozu in den Tieflandbächen auch Totholz gehört. Doch viele Bachufer sind zugebaut, der Bach verläuft in einem Kanalbett. An diesen Stellen ergäben sich Probleme, wenn es durch das Totholz zu einem Wasserstau käme.
Die Entscheidung für das Pilotprojekt, Totholz in den Jüchener Bach einzuarbeiten, fiel bei einer gemeinsamen Bachbegehung von Erftverband, Unterer Wasserbehörde und BUND Jüchen, auf Gierath 2005. Im Bereich zwischen L116 und dem Gierather Friedhof hatte der Erftverband den Bachabschnitt renaturiert. Hier verläuft der Bach seit einigen Jahren in geschwungener Linie durch eine Überschwemmungswiese. Falls sich trotz Befestigung des Totholzes das Wasser doch mal stauen sollte, hätte der Bach genug Ausweichmöglichkeiten.
Um Erfahrungen über Totholzeinbringung sammeln zu können, planten die BUNDSpechte drei Varianten:
- ein 4 m langer Baumstamm, der parallel zum Ufer verläuft,
- Holz, das quer zum Gewässerverlauf in die Uferböschung eingegraben ist,
- Weidenzweige, die am Uferrand mit Pflöcken fixiert sind.