Jüchener Bach

Gewässerzustandsbericht des MUNLV NRW für den Jüchener Bach (Textauszüge)

....Keiner der Bäche im Gebiet Jüchen - Krefeld befindet sich noch in seinem ursprünglichen natürlichen Zustand. Alle Bäche wurden durch den Menschen „erheblich verändert“.


Die Wasserqualität
Saprobie – die biologische Gewässergüte
Im Gebiet Jüchen - Krefeld ist die Saprobie nur im Erftkanal als „gut“ einzustufen; der Nordkanal, der Jüchener Bach sowie der Meerscher Mühlenbach sind mäßig belastet.

Plankton, Algen, Wasserpflanzen – Reaktion auf Nährstoffeinträge
Verstärktes Algenwachstum ist insbesondere am Jüchener Bach festzustellen.

Pflanzenschutzmittel
Die Bäche der Region wurden auf insgesamt 204 Substanzen hin untersucht. Der Jüchener Bach und der Nordkanal weisen eine zu hohe Belastung auf.

Metalle
Der Jüchener Bach und der Nordkanal weisen Metalle wie Zink, Kupfer und Silber in erhöhten Konzentrationen auf.

Der ökologische Zustand der Gewässer
Die allgemeine Degradation Bach
Sowohl der Nordkanal wie auch der Jüchener Bach sind hier in einem unbefriedigenden Zustand.

 

Jüchener Bach, Totholz-Einbau

Die BUNDSpechte beim Befestigen des Stammes

Seit einigen Jahren werden die Bäche, vor allem der Jüchener Bach, in der Gemeinde Jüchen an immer mehr Abschnitten renaturiert. Dies bedeutet, dass der geradlinige Kanal in einen geschwungenen Verlauf umgestaltet wird, es entstehen Ruhezonen, Flachwasser- und Tiefwasserzonen. Während in Gebirgsbächen das Wasser über Fels- und Gesteinsbrocken sprudeln kann, und sich dort Kleinstrukturen ausbilden können, gibt es in den Lößböden unserer Tieflandbäche keine Steine. Hier übernimmt Totholz diese Aufgaben. Umgestürzte Bäume und Äste im Bach halten Laub und Halme fest, es entstehen kleine Ruhezonen, in denen die Kleinstlebewesen sich aufhalten und Nahrung finden.

Bis vor einigen Jahren war der freie Abfluss des Wassers das Hauptziel der Gewässerpflege. Deswegen wurde Totholz immer aus den Bächen entfernt. Seit der neuen EU Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen aber alle Gewässer möglichst naturnah gestaltet werden, wozu in den Tieflandbächen auch Totholz gehört. Doch viele Bachufer sind zugebaut, der Bach verläuft in einem Kanalbett. An diesen Stellen ergäben sich Probleme, wenn es durch das Totholz zu einem Wasserstau käme.

Die Entscheidung für das Pilotprojekt, Totholz in den Jüchener Bach einzuarbeiten, fiel bei einer gemeinsamen Bachbegehung von Erftverband, Unterer Wasserbehörde und BUND Jüchen, auf Gierath 2005. Im Bereich zwischen L116 und dem Gierather Friedhof hatte der Erftverband den Bachabschnitt renaturiert. Hier verläuft der Bach seit einigen Jahren in geschwungener Linie durch eine Überschwemmungswiese. Falls sich trotz Befestigung des Totholzes das Wasser doch mal stauen sollte, hätte der Bach genug Ausweichmöglichkeiten.

Um Erfahrungen über Totholzeinbringung sammeln zu können, planten die BUNDSpechte drei Varianten:

- ein 4 m langer Baumstamm, der parallel zum Ufer verläuft,

- Holz, das quer zum Gewässerverlauf in die Uferböschung eingegraben ist,

- Weidenzweige, die am Uferrand mit Pflöcken fixiert sind.

Wie effektiv die Maßnahme war, konnten die BUNDSpechte schon ein paar Wochen später festgestellen, als sie mit dem „Lumbricus“ , dem umweltpädagogischen Bus der LÖBF, eine Gewässeruntersuchung duchgeführten. Nur an den strukturbildenen Materialien, wie Totholz in Form von Ästen und Hölzern, waren Bachlebewesen zu finden.

Gewässeruntersuchungen am Bach
Auswertung im Labor des "Lumbricus"

An zwei Terminen im Mai bauten die BUNDSpechte Ansitzstangen für Eulen und Greifvögel und stellten diese in der Überschwemmungswiese am Jüchener Bach in Gierath auf, denn dort fehlen noch hohe Bäume, die als Ansitz für Greifvögel und Eulen dienen könnten. Bis die Bäume größer geworden sind, ist eine Kontrolle der Mäusezahl sinnvoll, um die Wurzeln der jungen Bäume zu schützen. Dabei dienen die Ansitzstangen als Baumersatz.

Zwei Jahre später bauten die BUNDSpechte an einem anderen Abschnitt des Jüchener Baches, zwischen Aldenhoven und Bedburdyck, ebenfalls an drei Stellen Totholz ins Bachbett. Frau Jüttner und Herrn Vollmer vom Erftverband packten auch hier wieder tatkräftig mit an.

Die neu entstandenen Lebensräume kommen auch dem Eisvogel zugute, der immer Mal wieder am Jüchener Bach gesichtet wird. Für ihn wollen die BUNDSpechte jetzt Brutwände bauen.

mehr zum Eisvogelprojekt...

 

mit ihrem Projekt gewannen die BUNDSpechte den Triologisch-Wettbewerb 2005 der BUNDJugend Deutschland.

mehr zum Wettbewerb...



Schmetterling des Jahres 2012

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