Hilfe für die weiße Rosskastanie

weiße Rosskastanie in Aldenhoven, April 2009

Die Blätter sind fast alle gefallen. Jetzt ist die richtige Zeit, um für die weiße Rosskastanie aktiv zu werden.
Imposant stehen sie meist an exponierten Stellen: die Ross-Kastanien. Auch in einigen Dörfern in der Gemeinde Jüchen sind sie auf Dorfplätzen, an Wegkreuzen, Straßen, auf Wiesen und in Gärten zu finden und bieten im Frühjahr mit ihren kerzenförmigen Blüten einen umwerfenden Anblick. Besonders für Kinder gehört das Kastanien-Sammeln im Herbst zum festen Jahresprogramm. Früchte und Blüten der Kastanien sind Nahrung für viele Tiere.
Doch in den letzten Jahren verlieren immer mehr weiße Rosskastanien früh im Herbst oder auch schon im Sommer ihr Laub. Schuld trägt die Kastanien-Miniermotte, die sich von Bayern und Baden-Würtemberg nach Norden ausgebreitet hat. Sie ist auf die weiße Ross-Kastanie angepasst. Ein Befall der roten Rosskastanie ist extrem selten.
Anfangs sind in den Blättern einzelne Gänge als Linien zu erkennen. Diese werden im Laufe des Jahres zahlreicher und verfärben sich schließlich bräunlich; später im Jahr verfärbt sich das ganze Blatt und fällt ab. Der Baum sieht krank aus. Typisch ist, dass sich der Befall von unten nach oben in die Baumkrone aus breitet.
Einige Bäume wurden schon gefällt, weil die Besitzer glaubten, wenn die Kastanie bereits im Juli Blätter verliert, könnten andere Bäume mit der „Krankheit“ angesteckt werden oder der Baum könne nicht mehr gerettet werden. Doch die Kastanie übersteht den Befall und treibt nach einem Blattfall im Sommer wieder neu aus.
Trotzdem fehlen der Kastanie auf Dauer die Nährstoffe, die sie in den grünen Blättern erzeugt hätte. Da der Befall von Jahr zu Jahr meist zunimmt, wird der Baum dadurch auch immer stärker geschwächt.
Deswegen ruft der BUND die Bürger auf, den weißen Ross-Kastanien zu helfen.
Am wirkungsvollsten ist ein einfaches Mittel: das Laub muss entfernt werden.
Ein erneuter Befall im nächsten Jahr kann dadurch eingedämmt werden, denn die Puppen der letzten Generation der Miniermotten überwintern in den Blättern. Mit dem Laub werden die Miniermotten entfernt. Neue Miniermotten können nur von anderen befallenen Bäumen wieder zufliegen. Da Miniermotten keine guten Flieger sind, lassen sie sich überwiegend passiv mit dem Wind verdriften. Hierdurch spielen beim Befall auch die Windverhältnis eine Rolle.
Ist das befallene Laub zusammengerecht, sollte es möglichst heiß (40°C) kompostiert werden. Wer diese Temperaturen in seinem eigenen Kompostbehälter nicht sicher erreicht, sollte das Laub über die Biotonne entsorgen. Im Normalfall hat Laub einen hohen Nutzen, wenn es unter Bäumen und Sträuchern liegen bleibt. Es bietet im Winter für den Baum Wärmeschutz. Über die verrotteten Blätter gelangen die Nährstoffe wieder in den Boden. Diese Nährstoffe fehlen den Bäumen und Sträuchern, wenn Laub entfernt wird. Eine Lage Kompost kann helfen, den Verlust zu ersetzen, wenn mehrere Jahre hintereinander das Laub entfernt werden muss. vBei der Bekämpfung von den Miniermotten ist die Unterstützung von Fressfeinden, wie Insekten und Vögel im hilfreich. Sie können z.B. mit Meisen-Nistkästen unterstützt werden.
Das Weibchen der Kastanienminiermotte legt im April Eier oben auf den Blätter ab. In Jahren mit vielen Regenschauern zum Eiablagetermin bleibt der Befall der Kastanien deswegen geringer.
Die geschlüpften Raupen bohren sich im Mai in die Blätter und leben im Blatt in Fraß-Gängen. Nach einigen Wochen verpuppt sich das letzte Raupenstadium in den Minen, die erwachsenen Motten schlüpfen nach ca. 2 Wochen. So können 3-4 Generationen pro Jahr erzeugt werden. Die letzte Generation überwintert schließlich in den Blättern am Boden.
Um einen Überblick über den Befall der weißen Ross-Kastanien im Gemeindegebiet zu erhalten, ruft der BUND Jüchen dazu auf, Standorte von weißen Ross-Kastanien zu melden.
Dabei sind folgende Angaben interessant:
1. Standort,
2. ob es sich um weiße oder rote Kastanien handelt,
3. ob der Baum dieses Jahr (seit welchem Jahr) befallen war,
4. ob das Laub entfernt wird/wurde,
5. ob ein Meisen-Nistkasten vorhanden ist.

 



Schmetterling des Jahres 2012

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