Grevenbroich ist umrahmt von Kraftwerken und Tagebauen.
Wie stehen Sie zum Bau weiterer Braunkohlekraftwerke, bzw. zum Weiterbetrieb der Altanlagen, besonders unter Berücksichtigung des Klimawandels und der Emissionsbelastung für die Grevenbroicher Bürger?
Herr Gawlinski, Bündnis90/Grüne: Alle Altanlagen müssen nach Inbetriebnahme der BoA-Blöcke 2 - 3 stillgelegt werden. Es dürfen keine neuen Braunkohlekraftwerke mehr entstehen, die nur zusätzliche Emissionen - Feinstaub, CO2 aber auch viele andere gesundheitsschädliche Stoffe - verursachen. Sie beeinträchtigen und gefährden nicht nur das Leben in und um Grevenbroich, sondern sind mitverantwortlich für den globalen Klimawandel.
Frau Kwasny, CDU: Grevenbroich ist seit vielen Jahren von der Energiegewinnung geprägt. Durch die Kraftwerke und den Tagebau wurden bei uns und in der Region zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen – und das nicht nur bei RWE, sondern auch bei vielen unserer kleinen und mittelständischen Unternehmen, die als Zulieferer oder Dienstleister fungieren. Für die Belastungen muss es, gerade in den südlichen Stadtteilen, einen angemessenen Ausgleich geben.
Ich werde mich für eine nachhaltige Nutzung des Kraftwerksgeländes Frimmersdorf nach dessen Stilllegung einsetzen. Am Standort Frimmersdorf muss es weiter Gewerbe und damit auch Arbeitsplätze geben. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier hocheffiziente und zukunftsweisende Technologien in der Energiegewinnung angesiedelt werden. Wir haben hierfür in Grevenbroich nicht nur die notwendige Fläche, sondern vor allem auch das Know-how.
Herr Pollmeier, SPD: Die Altanlagen in Frimmersdorf sind zügig abzuschalten. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird es dann darum gehen, Investitionsentscheidungen an diesem Standort zu befördern, die nicht nur vorhandene Arbeitsplätze sichern, sondern auch ökologisch ein Höchstmaß an Verträglichkeit gewährleisten. Die RWE hat hierzu ihre Vorstellungen frühzeitig offen zu legen. Ich möchte in diesem Zusammenhang ausdrücklich betonen, dass Pläne für die Nutzung des Geländes in Frimmersdorf auf Akzeptanz insbesondere der benachbarten Stadteile Gustorf/Gindorf, Frimmersdorf und Neurath stoßen müssen. Die RWE wird jedenfalls zukünftig stärker als in der Vergangenheit in die Pflicht genommen, den Bürgern nicht in erster Linie Belastungen zuzumuten.
Herr Bovermann, Freie Bürger: Die Freien Bürger Grevenbroich (FBG) setzen sich für die Realisierung eines CO2-freien Kraftwerks der RWE Power AG am Standort in Frimmersdorf ein und fordern die schnelle Abschaltung von Altanlagen.